Wer intensive, atmosphärische Krimidramen schätzt, die tief in die Abgründe menschlicher Natur blicken, findet in „Robbery Homicide Division“ ein lange übersehenes Juwel. Dieses nur eine Staffel umfassende Serienmeisterwerk von 2002, mit Michael Mann als ausführendem Produzenten, trägt unverkennbar dessen Handschrift. Dunkel, stilistisch prägnant und mit einem fast dokumentarischen Realismus inszeniert, hebt sich die Serie wohltuend von gängigen Procedurals ab. Es ist die kompromisslose Darstellung der Polizeiarbeit in Los Angeles, die psychologische Tiefe der Fälle und die moralischen Grauzonen, in denen sich die Charaktere bewegen, die diese Serie so fesselnd machen. Die schauspielerische Klasse ist außergewöhnlich, allen voran Klea Scott als zielstrebige Detektivin Sonya Price und ein charismatischer Tom Sizemore als ihr komplexer Partner, die ein elektrisierendes Duo bilden. Unterstützt werden sie von einem brillanten Ensemble, darunter David Cubitt, Barry Shabaka Henley und Michael Paul Chan, die jeder Figur Tiefe und Glaubwürdigkeit verleihen. Fans von Michael Manns Filmen wie 'Heat' oder 'Thief' sowie Zuschauer, die Wert auf authentische Charaktere und eine intensive, ungeschönte Erzählweise legen, sollten diese Perle unbedingt entdecken. Trotz ihrer kurzen Laufzeit hinterlässt „Robbery Homicide Division“ einen bleibenden Eindruck und beweist, dass Qualität oft über Quantität siegt.