
Matt und Christina Drayton, ein älteres und wohlhabendes Ehepaar, leben mit ihrer einzigen Tochter Joey in San Francisco. Ihr Glück scheint vollkommen, als sie von den Heiratsplänen Joeys erfahren. Der Auserwählte ist ein junger Arzt, den sie während eines Aufenthalts auf Hawaii kennengelernt hat. Matt und Christina sind gebildete, verständnisvolle und liberale Menschen. Dennoch wird ihre Freude über die geplante Hochzeit getrübt, als sie erfahren, dass der zukünftige Schwiegersohn ein Schwarzer ist.
Wer hätte gedacht, dass ein Abendessen solch eine emotionale und gesellschaftliche Sprengkraft haben kann? Stanley Kramers „Guess Who's Coming to Dinner“ ist weit mehr als ein klassisches Drama; es ist ein zeitloses Stück Filmgeschichte, das 1967 mutig die damals kontrovers diskutierte Thematik von interrassischen Beziehungen auf die Leinwand brachte. Der Film zwingt seine Charaktere – und damit auch das Publikum – dazu, fest verankerte Überzeugungen und Vorurteile zu hinterfragen. Man erlebt hautnah, wie Liebe auf gesellschaftliche Erwartungen und tief verwurzelte Denkmuster trifft. Die Dialoge sind scharf, intelligent und absolut fesselnd, getragen von einer der wohl beeindruckendsten Besetzungen aller Zeiten. Spencer Tracy in seiner letzten, unvergesslichen Rolle, die unvergleichliche Katharine Hepburn und der stets brillante Sidney Poitier liefern allesamt Glanzleistungen ab, deren Chemie und emotionaler Tiefgang unter die Haut gehen. Es ist ein Film, der zum Nachdenken anregt, der Lachen und Tränen provoziert und dessen Botschaft über Toleranz und das Überwinden von Grenzen bis heute nichts an Relevanz verloren hat. Wer ein bewegendes, intelligentes Drama mit herausragenden Darstellerleistungen sucht, das lange nach dem Abspann noch im Kopf bleibt, sollte dieses Meisterwerk keinesfalls verpassen.