
Der schweigsame Christian tritt eine neue Stelle im Großmarkt an. Bruno aus der Getränkeabteilung nimmt ihn streng, aber wohlmeinend unter seine Fittiche und zeigt ihm, wie die Dinge in dem kleinen Universum funktionieren. Die beiden werden schnell Freunde. Auch die anderen Mitarbeiter behandeln Christian bald wie ein Familienmitglied. Als er sich in Marion von den Süßwaren verliebt, drückt der ganze Großmarkt ihrer Liebe ganz fest die Daumen. Einziges Problem: Marion ist bereits verheiratet. Obwohl es heißt, sie sei in ihrer Ehe nicht glücklich, respektiert der schüchterne Christian ihr Gelübde und hält seine Hormone so gut es geht im Zaum. Die beiden kommen sich dennoch näher und bald ist klar, dass auch Marion Gefühle für ihren Kollegen hegt.
"In den Gängen" ist weit mehr als eine einfache Geschichte über den Arbeitsalltag – dieser Film entführt Sie in die fast schon meditative und doch überraschend lebendige Welt eines Großmarkts nach Ladenschluss. Regisseur Thomas Stuber erschafft eine einzigartige Kulisse, die er mit einer seltenen Mischung aus Melancholie, Poesie und subtilem Humor zum Leben erweckt. Hier wird die Schönheit im Alltäglichen zelebriert, die kleinen Gesten der Menschlichkeit und die stillen Sehnsüchte jener, die sonst oft übersehen werden. Franz Rogowski liefert als scheuer Christian eine hypnotische Leistung ab, sein minimalistisches Spiel ist von immenser Tiefe und berührt zutiefst. An seiner Seite brilliert Sandra Hüller als Marion mit ihrer unvergleichlichen Präsenz, die jeder ihrer Szenen eine besondere, rätselhafte Magie verleiht. Auch Peter Kurth überzeugt als Mentor Bruno mit Wärme und Authentizität. Wer sich auf eine leise, beobachtende Erzählweise einlassen kann und die Poesie im Leben gewöhnlicher Menschen sucht, wird hier reich belohnt. Es ist ein zutiefst menschlicher Film über Freundschaft, Zuneigung und die Suche nach einem Platz in der Welt – ein Muss für Liebhaber anspruchsvoller deutscher Dramen, die Charakterstudien mit Herz und Verstand zu schätzen wissen.