
London um die Jahrhundertwende: Basils Erzfeind, der verrückte und gefährliche Professor Rattenzahn, treibt dort sein Unwesen. Der durchtriebene Schurke hat den Vater eines kleinen Mäuse-Mädchens entführt. Aber Basil, der gewitzte Sherlock Holmes der Londoner Mäusewelt aus der Baker Street, und sein treuer Gefährte Dr. Wasdenn sowie der liebenswürdige Jagdhund Toby haben längst Rattenzahns Fährte aufgenommen und machen sich auf die abenteuerliche Suche ...
Wer glaubt, Disneys goldene Ära sei ausschließlich von zuckersüßen Prinzessinnen und singenden Tieren geprägt, wird bei *Basil, der große Mäusedetektiv* eine wunderbare Überraschung erleben. Dieser Film sticht aus dem Kanon der 80er-Jahre heraus, indem er eine erfrischend düstere, spannende und atmosphärische Detektivgeschichte im viktorianischen London erzählt, die dem Geist von Sherlock Holmes treu bleibt – nur eben mit Mäusen. Es ist ein rasant inszeniertes Abenteuer, das von der ersten Szene an fesselt und mit seinem detailreichen Stil eine Welt erschafft, die gleichzeitig charmant und bedrohlich wirkt. Erwartet keine Märchen, sondern einen cleveren Kriminalfall, der mit Witz und echtem Nervenkitzel überzeugt und beweist, dass Disney auch ernstere Töne meisterhaft anschlagen kann.
Eines der absoluten Highlights ist die Stimmperformance von Vincent Price als Professor Rattenzahn, die einfach legendär ist. Seine Rolle ist eine Mischung aus Charme, Wahnsinn und theatralischer Bösartigkeit, die dem Film eine unvergleichliche Energie verleiht und ihn zu einem der unvergesslichsten Disney-Bösewichte überhaupt macht. Aber auch Barrie Ingham als Basil liefert eine exzellente Darstellung des brillanten, aber exzentrischen Detektivs ab. Die Animation ist klassisch Disney, wunderschön detailreich und handgezeichnet, wobei der Film auch durch den innovativen Einsatz früher CGI-Techniken – insbesondere in der spektakulären Big Ben-Sequenz – beeindruckt, die noch heute visuell überzeugen kann. Ron Clements und John Musker, die später viele Disney-Erfolge verantworten sollten, zeigen hier bereits ihr Gespür für packendes Storytelling und dynamische Inszenierung.
Dieser Film ist ideal für alle, die klassische Disney-Animation lieben, sich aber nach etwas Ausgefallenerem sehnen als die üblichen Märchenadaptionen. Fans von Sherlock Holmes oder Detektivgeschichten im Allgemeinen werden die clever konstruierte Handlung und die liebevollen Anspielungen zu schätzen wissen. Auch Familien, die einen spannenden, aber nicht zu gruseligen Film suchen, der sowohl Kinder als auch Erwachsene gleichermaßen unterhält, liegen hier goldrichtig. Wer ein Werk schätzt, das Mut zur Dunkelheit beweist, ohne seinen Charme zu verlieren, und eine meisterhafte Kombination aus Abenteuer, Humor und einem Hauch von Gothic-Ästhetik bietet, wird *Basil, der große Mäusedetektiv* lieben. Es ist ein unterschätztes Juwel, das eine Neuentdeckung mehr als verdient.